Kältemittel

Synthetische Kältemittel sind ozonschichtabbauende und in der Luft stabile Stoffe. Der Umgang mit solchen Stoffen wird in den Anhängen 1.4, 1.5 und 2.10 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) geregelt.

Kälteanlagen und Wärmepumpen mit synthetischen Kältemitteln

Das Erstellen von Kälteanlagen und Wärmepumpen mit ozonschichtabbauenden Stoffen ist verboten. Im Weiteren werden die Verbotsbestimmungen und Pflichten zu stationären Kälteanlagen und Wärmepumpen mit in der Luft stabilen Kältemitteln erläutert.

Verbotsbestimmungen für stationäre Anlagen mit in der Luft stabilen Kältemitteln

Das Erstellen von neuen oder umgebauten Kälteanlagen oder Wärmepumpen (Klima-, Gewerbe- und Industriekälte) mit in der Luft stabilen Kältemitteln (HFKW) unterliegt seit dem 01.12.2013, je nach Verwendungszweck und Kälteleistung, folgende Verbotsbestimmungen (dabei sind die Begriffsbestimmungen gemäss Anhang 2.10 ChemRRV zu beachten).

Das Erstellen folgender Anlagen ist verboten:

Klimakälteanlagen (Kältemaschinen, die zwecks Klimatisierung von Verkaufs- oder Büroräumen eingesetzt werden):

  1. Kühlung mit einer Kälteleistung von mehr als 600 Kilowatt
  2. Kühlung und Heizung mittels Systemen mit variabel geregeltem Kältemittelstrom (VRF) oder -volumen (VRV) mit mehr als 40 Verdampfereinheiten und einer Kälteleistung von mehr als 80 Kilowatt
  3. Wärmepumpe zur Nah- und Fernverteilung von Wärme mit einer Kälteleistung von mehr als 600 Kilowatt

Gewerbekälteanlagen (Kältemaschinen, die in Betrieben eingesetzt werden, welche an Endkunden verkaufen – zum Beispiel Bäckereien, Restaurants, Supermärkte):

  1. Minuskühlung mit einer Kälteleistung von mehr als 30 Kilowatt 
  2. Pluskühlung mit einer Kälteleistung von mehr als 40 Kilowatt
  3. Minuskühlung mit einer Kälteleistung von mehr als 8 Kilowatt, wenn die Minuskühlung mit einer Pluskühlung kombinierbar ist
  4. Pluskühlung, wenn das verwendete in der Luft stabile Kältemittel ein Treibhauspotenzial grösser als 2500 zeigt.

Industriekälteanlage (Kältemaschinen, die in Produktionsbetrieben eingesetzt werden – zum Beispiel Grossbäckereien, Schlachthöfe, chemische Industrie):

  1. Tiefkühlung mit einer Kälteleistung von mehr als 100 Kilowatt
  2. alle anderen Anwendungen mit einer Kälteleistung von mehr als 400 Kilowatt 

Zudem dürfen Kunsteisbahnen (mit Ausnahme von temporären Anlagen) nicht mit in der Luft stabilen Stoffen betrieben werden. Wenn nach dem Stand der Technik die Normen SN EN 378 nur unter Anwendung eines in der Luft stabilen Kältemittels einzuhalten ist, kann das Bundesamt für Umwelt (BAFU) auf begründetes Gesuch eine Ausnahmebewilligung gewähren.

Darüber hinaus gelten folgende Bestimmungen zur Verringerung der Kältemittelmengen:

  1. Anlagen zur Luftkühlung (Pluskühlung), die in der Luft stabile Kältemittel und mindestens drei Luftkühler sowie eine Kälteleistung von mehr als 80 Kilowatt aufweisen, müssen mit einem Kälteträgerkreislauf ausgestattet sein.
  2. Luftgekühlte Verflüssiger dürfen nicht eingesetzt werden in:
    1. Anlagen, die ein in der Luft stabiles Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von mehr als 4000 enthalten;
    2. Anlagen mit einer Kälteleistung von mehr als 100 Kilowatt, wenn sie pro Kilowatt Kälteleistung enthalten:
      • mehr als 0,18 Kilogramm eines in der Luft stabiles Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von mehr als 1900,
      • mehr als 0,4 Kilogramm eines in der Luft stabiles Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von 1900 oder weniger;
    3. Anlagen mit einer Kälteleistung von mehr als 100 Kilowatt, die über eine Einrichtung zur Abwärmenutzung verfügen, wenn sie pro Kilowatt Kälteleistung enthalten:
      • mehr als 0,22 Kilogramm eines in der Luft stabiles Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von mehr als 1900,
      • mehr als 0,48 Kilogramm eines in der Luft stabiles Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von 1900 oder weniger;
    4. Anlagen mit einer Kälteleistung von mehr als 100 Kilowatt, die gleichzeitig zum Heizen und Kühlen genutzt werden und über mindestens zwei Luftwärmetauscher verfügen, wenn sie pro Kilowatt Kälteleistung mehr als 0,37 Kilogramm eines in der Luft stabiles Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von mehr als 1900 enthalten.

 

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Pflichten für sämtliche Anlagen mit synthetischen Kältemitteln

Für Kälteanlagen und Wärmepumpen mit mehr als 3 Kilogramm synthetischen Kältemitteln sind Inbetrieb- und Ausserbetriebnahme bei der Schweizerischen Meldestelle für Kälteanlagen und Wärmepumpen (SMKW) zu melden.

Ausserdem sind ein Wartungsheft zu führen und die regelmässigen Dichtigkeitskontrollen durchzuführen. Zudem ist die Anlage vorschriftsgemäss zu kennzeichnen.

Baubegehren mit Kälteanlagen mit in der Luft stabilen Kältemitteln

Die folgenden Formulare sind bei kantonalen Baubegehren beizulegen, wenn Kälteanlagen oder Wärmepumpen mit in der Luft stabilen Kältemitteln gebaut oder erneuert werden:

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